Orange, Pomeranze oder Bergamotte – was ist der Unterschied?
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Orange, Mandarine und Zitrone kennt fast jeder. Doch was ist eine Pomeranze? Ist die Bergamotte eine Orange? Und wo ordnen sich Grapefruit, Pomelo oder Kumquat ein?
Sie alle werden im Alltag den Zitrusfrüchten zugerechnet. Trotzdem unterscheiden sie sich deutlich in Geschmack, Verwendung und teilweise auch in ihrer Entstehung. Gerade bei Marmeladen, Gelees und Fruchtaufstrichen begegnen uns dabei Zitrusfrüchte, die wir frisch nur selten kaufen.
Was sind eigentlich Zitrusfrüchte?
Zitrusfrüchte stammen überwiegend von Pflanzen der Gattung Citrus. Ihre Früchte besitzen einen charakteristischen Aufbau: Unter der äußeren, aromatischen Schale liegt eine weiße Schicht, die das saftige Fruchtfleisch umgibt. Typisch für viele Zitrusfrüchte ist außerdem die Kombination aus Säure, Süße, ätherischen Ölen und teilweise Bitterstoffen. Wie stark die einzelnen Geschmacksrichtungen ausgeprägt sind, unterscheidet sich jedoch erheblich. Hinzu kommt: Die Verwandtschaft der Zitrusfrüchte ist komplizierter, als ihre vielen Namen vermuten lassen. Zahlreiche heute bekannte Arten und Sorten sind im Laufe der Zeit durch natürliche oder gezielte Kreuzungen entstanden.
Orange – süß und saftig
Die Orange, häufig auch Apfelsine genannt, gehört zu den bekanntesten Zitrusfrüchten. Ihr Fruchtfleisch ist saftig und verbindet Süße mit einer angenehmen Säure. Orangen werden frisch gegessen, zu Saft verarbeitet und für Desserts, Gebäck, Soßen oder Fruchtaufstriche verwendet. Auch ihre aromatische Schale spielt in der Küche eine wichtige Rolle. Doch Orange ist nicht gleich Orange. Neben den überwiegend süßen Orangen gibt es eine nahe Verwandte mit einem deutlich anderen Charakter: die Pomeranze.
Was ist eine Pomeranze?
Die Pomeranze wird auch Bitterorange oder Bigarade genannt. Äußerlich erinnert sie an eine Orange, geschmacklich unterscheidet sie sich jedoch deutlich von der süßen Orange. Ihr Fruchtfleisch ist sauer und bitter, während die Schale besonders intensiv aromatisch ist. Zum direkten Verzehr ist die Pomeranze deshalb weniger beliebt. Gerade ihre Bitterstoffe und ihr kräftiges Aroma machen sie aber für die Verarbeitung interessant. Eine bekannte Verwendung ist die Bitterorangenmarmelade. Hier ist die herbe Note ausdrücklich erwünscht und bildet einen Gegenpol zur Süße. Auch die Schale der Pomeranze wird genutzt. Aus ihr werden unter anderem Aromen und ätherische Öle gewonnen.
Ist Bergamotte dasselbe wie Pomeranze?
Nein. Die Bergamotte ist eine eigene Zitruspflanze, auch wenn sie mit der Pomeranze verwandt ist. Ihre Früchte sind meist gelb bis grünlich und werden kaum wie eine gewöhnliche Orange gegessen. Besonders begehrt ist vielmehr das ätherische Öl aus der Schale. Sein charakteristischer Duft ist vielen Menschen bekannt, ohne dass sie jemals eine Bergamotte gesehen haben: Bergamotteöl verleiht Earl-Grey-Tee sein typisches Aroma. Auch in Süßwaren, Konfitüren und anderen Lebensmitteln kann Bergamotte für eine ausgeprägt aromatische, leicht herbe Zitrusnote sorgen.
Mandarine, Clementine und Satsuma – ist das alles dasselbe?
Auch diese Namen werden häufig durcheinandergebracht.
Die Mandarine ist eine Zitrusfrucht mit süßem, aromatischem Fruchtfleisch und einer vergleichsweise leicht lösbaren Schale.
Clementinen sind aus Kreuzungen von Mandarinen mit anderen Zitrusfrüchten hervorgegangen. Sie sind häufig kernarm oder kernlos und schmecken meist süß.
Satsumas gehören ebenfalls zur Mandarinengruppe. Sie lassen sich besonders leicht schälen und sind häufig etwas milder im Geschmack.
Im Supermarkt sehen sie sich ausgesprochen ähnlich – botanisch und geschmacklich sind sie jedoch nicht völlig identisch.
Zitrone und Limette – wo liegt der Unterschied?
Die Zitrone zeichnet sich vor allem durch ihre ausgeprägte Säure und ihre aromatische Schale aus. Sowohl Saft als auch Schale werden zum Würzen und Aromatisieren verwendet.
Die Limette ist meist kleiner und bei vielen Sorten grün. Ihr Aroma unterscheidet sich deutlich von dem der Zitrone und wird häufig als intensiver und würziger wahrgenommen.
Beide Früchte liefern also Säure, sind geschmacklich aber keineswegs austauschbar.
Grapefruit und Pomelo – miteinander verwandt, aber nicht dasselbe
Die Grapefruit ist für ihren saftig-säuerlichen und zugleich charakteristisch bitteren Geschmack bekannt. Sie entstand aus einer Kreuzung von Pampelmuse und Orange. Hier sorgt also – ähnlich wie bei der Pomeranze – gerade eine gewisse Bitterkeit für den besonderen Charakter der Frucht.
Die Bezeichnung Pomelo kann etwas verwirrend sein. Im deutschen Handel werden damit meist große Zitrusfrüchte bezeichnet, die aus Kreuzungen mit der Pampelmuse hervorgegangen sind. Sie besitzen eine sehr dicke Schale und vergleichsweise festes Fruchtfleisch.
Und was ist eine Kumquat?
Die Kumquat fällt schon durch ihre Größe auf: Die kleinen orangefarbenen Früchte sind nur wenige Zentimeter lang. Eine Besonderheit ist ihre Verwendung. Kumquats können mitsamt der Schale gegessen werden. Dabei entsteht ein ungewöhnliches Zusammenspiel: Die Schale schmeckt aromatisch und eher süßlich, während das Fruchtfleisch deutlich säuerlicher sein kann. Auch für Konfitüren, Chutneys oder eingelegte Früchte eignen sich Kumquats gut.
Warum eignen sich Zitrusfrüchte so gut für Marmeladen und Fruchtaufstriche?
Zitrusfrüchte bringen mehrere Eigenschaften zusammen, die bei der Verarbeitung interessant sind: Fruchtsäuren, intensive Aromen und – insbesondere in Schale und anderen Fruchtbestandteilen – Pektin. Hinzu kommen bei einigen Zitrusfrüchten Bitterstoffe. Gerade bei einer Pomeranze sind sie kein störender Nebengeschmack, sondern ein wichtiger Teil ihres Charakters. Deshalb kann ein Aufstrich aus Pomeranzen völlig anders schmecken als einer aus süßen Orangen, obwohl beide Früchte auf den ersten Blick sehr ähnlich aussehen.
Die wichtigsten Zitrusfrüchte auf einen Blick
| Zitrusfrucht | Typischer Geschmack | Besonderheit |
|---|---|---|
| Orange | süß, fruchtig, leicht säuerlich | klassische Saft- und Speisefrucht |
| Pomeranze | sauer, deutlich bitter, aromatisch | klassische Bitterorange |
| Bergamotte | intensiv aromatisch, herb | Schalenöl aromatisiert u. a. Earl Grey |
| Mandarine | süß, aromatisch | leicht zu schälen |
| Clementine | meist süß und mild | häufig kernarm oder kernlos |
| Zitrone | deutlich sauer | Saft und Schale werden vielseitig verwendet |
| Limette | sauer, intensiv aromatisch | charakteristisches, würziges Zitrusaroma |
| Grapefruit | säuerlich bis bitter | charakteristische Bitternote |
| Pomelo | mild, süßlich bis leicht herb | sehr große Frucht mit dicker Schale |
| Kumquat | süßlich, säuerlich und herb | wird häufig mit Schale gegessen |
Von süß bis bitter: Zitrusfrucht ist nicht gleich Zitrusfrucht
Orange, Pomeranze, Bergamotte, Zitrone oder Grapefruit zeigen, wie unterschiedlich Zitrusfrüchte schmecken können. Während wir manche von ihnen vor allem frisch oder als Saft kennen, entfalten andere ihre besonderen Eigenschaften erst bei der Verarbeitung. Gerade die Pomeranze ist dafür ein gutes Beispiel: Ihre ausgeprägte Säure und Bitterkeit machen sie als klassische Speisefrucht weniger attraktiv, für Marmeladen und andere Zubereitungen aber besonders interessant. So erklärt sich auch, warum auf den Zutatenlisten außergewöhnlicher Fruchtaufstriche manchmal Zitrusfrüchte auftauchen, die im heimischen Obstkorb kaum zu finden sind.