Wer war eigentlich Johann Sebastian Bach?
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Johann Sebastian Bach gehört zu den bekanntesten Komponisten der Musikgeschichte. Sein Name wird heute vor allem mit Leipzig verbunden, wo er viele Jahre als Thomaskantor wirkte. Doch ein bedeutender Teil seines Lebens spielte sich zuvor in Thüringen ab. Besonders Weimar wurde zu einer wichtigen Station seines musikalischen Weges. Hier lebte und arbeitete Bach von 1708 bis 1717, entwickelte sich als Organist und Komponist weiter und schuf zahlreiche Werke für Orgel, Cembalo und Kirche. Eine Reise führte ihn während dieser Zeit 1716 nach Halle. Dort gehörte Bach zu den Sachverständigen, die eine neu gebaute Orgel prüften. Mit diesem Ereignis verbindet sich auch eine kulinarische Überlieferung, die später zur Inspiration für einen besonderen Kirsch-Zitronen-Aufstrich wurde.
Wer war Johann Sebastian Bach?
Johann Sebastian Bach wurde 1685 in Eisenach geboren. Musik gehörte von Beginn an zu seinem Leben, denn er stammte aus einer weit verzweigten Thüringer Musikerfamilie. Nach dem frühen Tod seiner Eltern lebte Bach bei seinem älteren Bruder Johann Christoph in Ohrdruf. Weitere Stationen seiner Ausbildung und seiner ersten Berufsjahre führten ihn unter anderem nach Lüneburg, Arnstadt und Mühlhausen. Damit liegen zahlreiche wichtige Orte seiner Kindheit, Jugend und frühen beruflichen Entwicklung in Thüringen. Weimar sollte schließlich zu einer seiner längsten Wirkungsstätten werden, bevor Bach später nach Köthen und schließlich nach Leipzig ging.
Wann kam Bach nach Weimar?
Weimar war gleich zweimal eine Station in Bachs Leben. Bereits 1703 hielt sich der junge Musiker für einige Monate in der Residenzstadt auf und war dort als Musiker tätig. Nach seinen Anstellungen in Arnstadt und Mühlhausen kehrte er 1708 nach Weimar zurück. Im Juni wurde Bach als Kammermusiker und Organist an den Hof der Herzöge Wilhelm Ernst und Ernst August von Sachsen-Weimar berufen. Dieses Mal blieb er bis 1717. Fast zehn Jahre seines Lebens waren damit eng mit Weimar verbunden.
Warum waren die Weimarer Jahre für Bach so wichtig?
In Weimar entwickelte sich Bach insbesondere als Organist und Komponist weiter. Seine wichtigste Wirkungsstätte war die Schlosskirche des Weimarer Stadtschlosses. Wegen ihrer besonderen Gestaltung wurde sie auch als „Himmelsburg“ bezeichnet. Während seiner Weimarer Jahre komponierte Bach zahlreiche Werke für Orgel und Cembalo sowie mehr als 30 Kantaten. 1714 wurde er zum Konzertmeister ernannt und erhielt damit zusätzliche kompositorische Aufgaben. Auch das bekannte Orgelbüchlein hat seine Wurzeln in dieser Zeit. Die Weimarer Jahre gehören deshalb zu den wichtigen Schaffensperioden des jungen Bach. Die Schlosskirche, in der Bach musizierte, ist heute nicht mehr erhalten. Sie wurde beim Brand des Weimarer Residenzschlosses im Jahr 1774 zerstört.
Bach als gefragter Orgelexperte
Bach war nicht nur als Musiker und Komponist bekannt. Er besaß auch umfangreiche Kenntnisse über den Bau und die klanglichen Möglichkeiten von Orgeln. Deshalb wurde er immer wieder gebeten, neue oder umgebaute Instrumente zu begutachten. Eine solche Aufgabe führte ihn während seiner Weimarer Zeit nach Halle an der Saale. Dort war in der Marktkirche Unser Lieben Frauen zwischen 1713 und 1716 unter der Leitung des Orgelbauers Christoph Cuntzius eine große neue Orgel entstanden. Johann Sebastian Bach gehörte zu den Fachleuten, die das Instrument 1716 prüften und abnahmen.
Was geschah 1716 bei der Orgelprobe in Halle?
Die neue Orgel der Marktkirche war ein beeindruckendes Instrument mit drei Manualen und 65 Registern. Bach reiste 1716 nach Halle, um an ihrer Prüfung teilzunehmen. Die Orgel wurde für tauglich befunden und Anfang Mai in Bachs Anwesenheit eingeweiht. Dass Bach ausgerechnet für diese Aufgabe nach Halle gerufen wurde, zeigt, welchen Ruf er zu diesem Zeitpunkt bereits als Organist und Orgelkenner besaß. Mit diesem Aufenthalt verbindet sich auch eine kulinarische Überlieferung: Nach der Orgelprüfung soll ein Festmahl stattgefunden haben. Als Bestandteil der Speisenfolge wird dabei „Sprützkuchen mit eingemachten Kirschen und Zitrone“ genannt. Die Orgelprüfung Bachs in Halle im Jahr 1716 ist historisch dokumentiert. Die konkrete Zusammensetzung der überlieferten Speisenfolge lässt sich anhand der hier verwendeten öffentlich zugänglichen Quellen jedoch nicht in gleicher Weise zweifelsfrei belegen. Sie sollte daher als kulinarische Überlieferung verstanden werden.
Auch Bachs Familie war mit Weimar verbunden
Weimar war für Bach nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch Lebensmittelpunkt seiner jungen Familie. Seit 1707 war er mit Maria Barbara Bach verheiratet. Während der Weimarer Jahre wurden mehrere Kinder des Paares geboren. Zu ihnen gehörten Wilhelm Friedemann Bach und Carl Philipp Emanuel Bach, die später selbst bekannte Musiker und Komponisten wurden. Die Jahre in Weimar waren damit nicht nur für Johann Sebastian Bachs musikalische Entwicklung, sondern auch für die Geschichte der Musikerfamilie Bach von besonderer Bedeutung.
Warum endete Bachs Zeit in Weimar im Streit?
Das Ende von Bachs Weimarer Jahren verlief ungewöhnlich. 1717 wollte er den herzoglichen Hof verlassen und eine neue Stelle als Kapellmeister bei Fürst Leopold von Anhalt-Köthen antreten. Im August hatte Bach bereits einen entsprechenden Vertrag unterschrieben. Seine Entlassung aus dem Weimarer Dienst war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht genehmigt. Als Bach auf seinem Abschied bestand, reagierte Herzog Wilhelm Ernst mit großer Härte: Wegen seines Verhaltens wurde Bach für rund vier Wochen inhaftiert. Erst im Dezember 1717 wurde er aus der Haft und zugleich aus dem Weimarer Dienst entlassen. Anschließend konnte Bach seine neue Tätigkeit in Köthen aufnehmen. So endeten fast zehn musikalisch außerordentlich produktive Jahre in Weimar mit einem Konflikt zwischen dem Komponisten und seinem Dienstherrn.
Von der Musikgeschichte zur Genussidee
Die Orgelprüfung von 1716 in Halle und die damit verbundene kulinarische Überlieferung bilden die Inspiration für den Kirsch-Zitronen-Aufstrich Johann Sebastian Bach von Kulinarische Zeitreisen. Mit Kirschen und Zitrone greift der Fruchtaufstrich jene Zutaten auf, die in der überlieferten Speisenfolge im Zusammenhang mit dem Festmahl nach der Orgelprüfung genannt werden. Der Aufstrich ist dabei keine historische Rezeptur Johann Sebastian Bachs. Vielmehr nimmt er eine kulinarische Überlieferung aus dem Umfeld eines tatsächlich belegten Ereignisses aus Bachs Leben auf und interpretiert sie als heutige Genussidee neu. So verbindet der Kirsch-Zitronen-Aufstrich Musikgeschichte und Genuss – und erinnert zugleich an einen Komponisten, dessen Lebensweg und musikalische Entwicklung eng mit Thüringen und insbesondere mit Weimar verbunden waren.
Quellen:
Bach-Archiv Leipzig (o. J.): Johann Sebastian Bach – Eine Chronologie, URL: https://www.bach-leipzig.de/de/neutral/johann-sebastian-bach-%E2%80%93-eine-chronologie, abgerufen am 30.09.2026.
Universität Regensburg (o. J.): Halle, Marktkirche, Christoph Cuntzius-Orgel 1716, URL: https://orgelpredigt.uni-regensburg.de/E020104, abgerufen am 30.09.2026.
Bach.de (o. J.): Leben – Weimar, URL: https://bach.de/leben/weimar.html, abgerufen am 30.09.2026.
Bach.de (o. J.): Leben – Weimar 1708, URL: https://bach.de/leben/weimar_1708.html, abgerufen am 30.09.2026.